Was trägst du in deinem Herzen?
Ich war unerwartet eingeladen. Mitten in einem Moment, den ich so nicht geplant hatte, bekam ich eine Wahl: den Tagesraum – für Geschichten, Organisation und Gespräche. Oder den Herzraum – einen Raum, in dem das Herz sprechen darf. Ohne Geschichten.
Ich wählte den Herzraum.
Mit einer gewissen inneren Spannung. Denn was mich dort erwartete, war schwer vorherzusagen – und gleichzeitig voller Worte. Denn genau darum ging es: benennen, was im Herzen lebt. Nicht analysieren, nicht erklären. Einfach nur: hinschauen und sagen, was da ist.
Das klingt einfach. Es ist es nicht.
Ich merkte, wie etwas in mir gleichzeitig offen war und widerstrebte. Offen, weil der Raum es zuließ – ruhig, tief, ohne Druck. Und herausfordernd, weil das Benennen von dem, was wirklich in mir lebt, mich immer wieder an Grenzen bringt. Nicht die Grenzen der anderen. Meine eigenen.
Was mich am meisten bewegt hat, war dieser Moment des Ankommens – bei mir selbst. Nicht bei einer Idee von mir. Nicht bei dem, was ich sein sollte oder sein möchte. Sondern bei dem, was gerade wirklich da war. Und gleichzeitig zu spüren, dass die Frau mir gegenüber dasselbe versucht. Diese Verbindung, die entsteht, wenn zwei Menschen ehrlich hinschauen – sie ist leise und kraftvoll zugleich.
Irgendwann am Tag danach wusste ich: Ich will das festhalten. Nicht als Erinnerung im Kopf, sondern als etwas Greifbares. Etwas, das man in die Hand nehmen kann. So ist das Holzherz entstanden – spontan, aus einem inneren Impuls heraus. Ich habe die Worte gesammelt, die mir begegnet sind. Die, die mich berührt haben. Die, bei denen ich kurz innehalten musste.
Nähe. Angst. Berührung. Sehnsucht. Verletzlichkeit. Resonanz. Stille. Hoffnung.
Sie liegen jetzt alle zusammen in diesem Herz aus Holz. Nebeneinander, ohne Hierarchie. Kein Wort wichtiger als das andere. Kein Wort falsch.
Und wenn ich heute auf dieses Herz schaue, frage ich mich – und dich: Welches Wort greifst du zuerst? Welches willst du lieber nicht sehen?

Herzensgrüße Kalua
