Es fing ganz unscheinbar an.
Ich war im Austausch mit einer Frau, die ich gerade erst kennenlerne. Wir schrieben uns, wie man sich schreibt, wenn man neugierig aufeinander ist – tastend, aufmerksam, ein bisschen vorsichtig, aber tief. Irgendwann erwähnte ich, dass ich mal einen Kizomba-Kurs besucht hatte. Eine Nebenbemerkung. Ein kleines Detail aus meinem Leben.
Kurz darauf schickte sie mir Video um Video. Zouk. Musik. Tänzer, die ich kannte, die ich aber lange nicht mehr gesehen hatte.
Ich saß da. Schaute. Und plötzlich rollten Tränen über meine Wangen.
Nicht dramatisch. Nicht laut. Einfach still – und vollkommen unerwartet. Es war kein Schmerz. Es war etwas anderes. Eine Sehnsucht, die sich plötzlich Raum nahm – als hätte sie nur darauf gewartet, dass jemand die richtige Tür öffnet.
Und diese Frau hatte sie geöffnet. Ohne es zu wissen. Vielleicht gerade deshalb.
Einige dieser Videos kannte ich. Einige dieser Tänzer hatte ich schon einmal gesehen – vor langer Zeit. Und genau das traf mich vielleicht am meisten: nicht das Fremde. Sondern das Vertraute, das ich irgendwann aus den Augen verloren hatte. Das Wiedersehen mit etwas, das ich einmal gespürt hatte – und das offenbar nie ganz gegangen war.
Mein Körper reagierte, bevor mein Kopf auch nur die Frage stellen konnte: Was passiert gerade mit dir?
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, glaube ich: Es ging nie um den Tanz.
Es ging um das, was der Tanz trägt.
Denn in diesen Videos sieht man etwas, das man im Alltag kaum noch findet. Nähe ohne Erklärung. Berührung ohne Rechtfertigung. Zwei Menschen, die sich einlassen – nicht auf eine Choreographie, sondern aufeinander. Der eine führt. Der andere folgt. Aber nicht im Sinne von Kontrolle. Sondern im Sinne von Vertrauen.
Du gibst dich hin. Und gleichzeitig bist du ganz da. Beides auf einmal.
Das ist selten. Und mein Körper weiß das.
Was da in mir hochkam, fühlt sich im Nachhinein an wie ein inneres Erinnern. Nicht an eine bestimmte Situation, sondern an ein Gefühl. An etwas, das ich kenne – und das ich vermisst hatte, ohne es täglich zu benennen.
Dieser Moment, wenn du gehalten wirst.
Wenn du nicht stark sein musst. Nicht geben musst. Nicht erklären musst. Wenn du einfach da sein darfst – und jemand anderes hält mit dir gemeinsam den Raum.
Und dein ganzes System sagt: Ja. Genau das.
Die Tränen kamen, bevor ich verstand warum. Und ich glaube, das ist das Entscheidende.
Denn unser Körper ist ehrlicher als unser Kopf. Er lügt nicht. Er schiebt nichts auf. Wenn etwas ihn berührt, zeigt er es – manchmal mit Gänsehaut, manchmal mit einem Lächeln, manchmal eben mit Tränen, die einfach kommen.
Und dieses Gefühl ist keine Schwäche. Das ist Zugang.
Zugang zu dem, was wirklich lebt in dir. Was sich sehnt. Was wartet.
Und manchmal braucht es nur jemanden, der dich ein kleines bisschen kennt – und genau die richtige Tür öffnet.
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Herzensgrüße Kalua
Lyriks: Love – Nathan Wagner
All I want is to be loved
All I want is to be seen
All I want is just to have you
Have your heart reside with me
I feel I always go unnoticed
I feel we never get to speak
I wish I gathered up the courage
To show you all that we could be
So I wrote this song ‘cause I’m not good with words
But I know we could make this work
You have my heart, you have my heart
I promise I won’t let you feel alone
Though all the world can be so cold
I’ll keep you warm, I’ll keep you warm
Just let me in
You should know that you’re my focus
Ever since the day we met
It’s funny only just a moment
Can reveal the universe intent
That I was made to fall in love with you
With every breath, with every move
I’m falling deeper, falling deeper
Every melody I write for you
Every symphony, you are my muse
You’re all I want, you’re all I want
Just let me in
Just let me in
