Die Kelten feierten in der Nacht vom 31.10 auf den 1.11 den Übergang vom alten in das neue Jahr, also das keltische Silvester – Samhain. Außerdem beginnt am 1.11 das Winterhalbjahr. Die Natur zeigt es uns eindrücklich. Sie zeigt sich nochmal in den schönsten Farben und Früchten, um sich und ihre Kräfte dann zurückzuziehen ins Innere, um sich auszuruhen, um Kräfte zu bündeln, damit die Samen im Frühjahr ihrer Bestimmung folgen können – dem Keimen, Wachsen, Erblühen und Vergehen, auf das wieder neues entstehen kann. Dafür steht Samhain. Für das Vergehen und Loslassen, für das Zurückziehen um wieder Werden zu können. Gleiches zeigt sich auch im Leben von uns Menschen. Die äußeren Kontakte werden im Winter weniger. Wir ziehen uns in unsere warmen Nester zurück, zünden uns dort Kerzen an und verbleiben eher im Inneren. Auch dürfen wir die Zeit nutzen, um uns mit dem zu beschäftigen, was wir in uns tragen, das uns nicht mehr dient, das wir loslassen wollen um im Frühjahr wieder gestärkt und mit neuem Tatendrang ins Außen gehen zu können. Wir erschaffen uns im Inneren, was wir nach Außen in die Welt tragen möchten. Wie auch in der Natur, findet die „Arbeit“ nun unsichtbar statt, im Inneren – unter der Erde, in den Ästen und Wurzeln, und so auch in uns, mit unserer Verbindung zu unseren Wurzeln, Ästen, unseren Stammbäumen.

Das Fest, um unseren AhnInnen zu gedenken

Denn einiges, dass wir in uns tragen, haben uns unsere VorfahrInnen mit auf den Weg gegeben. Samhain, Allerseelen ist auch das große Ahnenfest, wir gedenken allen Seelen. Das Fest, an dem wir unsere AhnInnen ehren dürfen, ihnen und uns selbst vergeben, um zu heilen, was noch geheilt werden möchte.

Samhain bedeutet Vereinigung. Verbinde dich mit deinen AhnInnen und VorfahrInnen in Dankbarkeit. Ohne sie wärst du nicht auf Erden. Sie gaben was sie konnten, wie auch du gibst, was du kannst. Lass los, was dir nicht mehr dient und blicke in Liebe auf dich und sie.

Lass Altes gehen, damit etwas Neues kommen kann. Dafür steht Samhain, für die Zeit des Todes und der Wiedergeburt. So ist der Kreislauf der Natur.

Wie möchtest du dein Samhain zelebrieren?

  • Gestalte dir einen kleinen Altar mit Naturmaterialien, Fotos von deinen VorfahrInnen oder/und mit etwas, dass du von ihnen geschenkt bekommen hast. Stelle Kerzen hinzu und verbringe dort einige Zeit in Verbundenheit mit ihnen, in Dankbarkeit und mit guten Wünschen für sie.
  • Du könntest dich näher mit deinem Stammbaum auseinandersetzen. Dann siehst du mit wie vielen Menschen du familiär verbunden bist und wie viele Menschen vor dir da waren, damit du nun hier sein kannst. Vielleicht gibt es noch alte Menschen in deiner Familie, die du um Erinnerungen bitten kannst an die AhnInnen, die du nicht kennenlernen konntest.
  • Ich liebe es zu tanzen. Wilde Schütteltänze helfen mir, Dinge von mir abfallen zu lassen, die mich belasten und die mir nicht dienen. Langsame, herzberührende Lieder helfen mir, dass Tränen fließen können, um alte Panzer zu sprengen und mich weich werden zu lassen. Hier sind einige Lieder, zu denen du an Samhain tanzen kannst.
    • Zum Schütteln – Talking to Ancestors, von Spiral Rhythm
    • Zum Integrieren – Queen of Peace, von Nalini Blossom
    • Für Dankbarkeit – Pachamama, von Beautiful Chorus
  • Du kannst einen Spaziergang durch die Natur machen. Beobachte, wie Altes geht, damit Neues entstehen kann. Vielleicht möchtest du ein wenig von der vergänglichen Natur für deinen Altar mitnehmen und dich bei der Natur dafür bedanken.
  • Besuche das Grab eines geliebten Menschen und schmücke es mit deinen Gaben und Erinnerungen an die Person. Erinnere dich, was dieser Mensch für dich getan hat und woran du am liebsten denkst.
  • Du kannst dir Intentionen für die dunkle Jahreszeit setzen oder dir ein Projekt überlegen.
  • Alles, was du loslassen möchtest kannst du auf einen Zettel schreiben und einem Feuer übergeben.

Diese Fragen können dich an deinem Samhain unterstützen:

  • Was dient mir nicht mehr? Was darf gehen, damit Neues kommen kann?
  • An welche meiner AhnInnen denke ich gerne?
  • Welche AhnInnen lösen unangenehme Gefühle in mir aus? Zu welchen Werten und Bedürfnissen möchten mich diese Gefühle führen? Welche Erinnerungen sind schmerzhaft und bedürfen liebevoller Heilung?

Ich danke meinen Ahnen und Ahninnen für ihren Weg. Ich danke ihnen einfach dafür, dass sie waren. Denn somit kann ich sein. Ich danke meinen Großeltern und meinen Eltern für ihr Sein. Denn somit kann ich sein. Ich danke mir, denn ich bin.

Herzensgrüße, Belinda

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